Gartengeflüster

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Jedes Jahr gibt es neue Überraschungen im Garten. Und davon möchte ich Dir heute berichten, denn ich habe die letzten Tage im Garten gearbeitet.
Dabei durfte ich feststellen, dass meine Frauenmantelpflanze, die Jahre lang dort stand, einfach beschlossen hat sich zurück zu ziehen.
Dafür hat sich ein großes Feld Gundermann breit gemacht. Er war schon immer ein wenig vorhanden, in geringen Mengen, aber jetzt ist ein regelrechtes Feld entstanden. Entgegen vieler Gartenbesitzer mag ich Gundermann sehr gerne. Ich gebe gern ein paar Blätter ins Wasser oder auch in ein würziges Essen. Und ich habe es zum Anlass genommen, nocheinmal ganz genau nachzuschauen, was der Gundermann uns alles Gutes tun kann, um herauszufinden, warum er sich in diesem Jahr so dominant präsentiert.

Gundermann

Heilkräfte des Gundermann
Gundermann macht sich breit in meinem Garten.

Der Gundermann wächst klein und unauffällig überall in naturbelassenen Gärten und in der freien Natur.

Kaum einer kennt ihn, obwohl er eine wertvolle Bereicherung für die Hausapotheke und die Küche ist.

Außerdem sieht er im Garten sehr schön als Bodendecker aus und ist extrem pflegeleicht. Er blüht mit lila Lippenblüten, die sehr hübsch aussehen. Vielen ist es mehr als Unkraut eine Last, obwohl man ihn gut nutzen kann:

Gundermann als Heilkraut

Der Gundermann verfügt über schleimlösenden Inhaltsstoffe. Dadurch eignet er sich als Gurgellösung bei Problemen im Rachenbereich. Weiterhin wirkt er aber auch bei Schnupfen sowie bei Blasen- und Nierenproblemen harntreibend.
Ein zusätzliches Einsatzgebiet: bei Beule oder Eiter – Gundermann ein Kraut gegen Entzündungen und Abzesse.

Heilkräfte nutzen
Gundermann, Gänseblümchen und Liebstöckl geerntet

Auf den Punkt gebracht

Hildegard von Bingen empfiehlt Gundermann bei körperlicher und seelischer Erschöpfung. Ich zitiere aus „Das große Buch der Hildegard von Bingen“
Die Gundelrebe hat die Kräfte von Gewürzen, weil ihre Grünkraft sanft und nützlich ist, sodass ein Mensch, der schon lange leidet und vom Fleisch gefallen ist, in einem mit Gundelrebe warm gemachten Wasser baden soll. Und er soll auch (dieses Kraut) in einem Breigericht oder mit Fleischgerichten oder in Pfannkuchen gekocht oft essen, und es wird ihm gar viel nützen, weil der gute Saft den Menschen innerlich ausheilt.“ Auch zu angerösteten Kartoffeln fein.

Als heilkundlich relevante Inhaltsstoffe, die wir in den in Blättern und Blüten enthaltenen ätherischen Öle finden, lassen sich besonders nennen: Flavonglykoside, Bitterstoffe sowie einige Tropanalkaloide (v. a. Hederacin) in geringeren Mengen. Diese Stoffe sind in ihrer Gesamtheit für folgende Heilwirkungen verantwortlich:

Entzündungshemmend, krampflösend, antibakteriell, antioxidativ, schleimlösend

Und in der Naturheilkunde verwendet man heute vor allem die Gundermannblätter und das Kraut der Pflanze. Sie finden ihren Einsatz bei folgenden Beschwerden:

Durchfall, leichte Magenkrämpfe

Husten, Bronchitis, grippale Infekte, allgemeine Darmbeschwerden

Entzündungen der Haut, Ekzeme, Furunkel

Gicht

Anwendung

Anwendung findet er meist als Tee oder als Bestandteil in Kräuterbädern. Gundermanntee wird als heißer Aufguss zubereitet, wobei man etwa einen Teelöffel getrocknetes oder frisches Kraut (Blätter und Stängel) nehmen kann.
Bei der äußerlichen Anwendung, wie z.B. für Ekzeme oder Gicht kann man Gundermann als alleiniges Kraut oder als Zutat für ein Kräuterbad nutzen. Dazu nimmt man pro Liter Wasser etwa eine Hand voll frisches Kraut.

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